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Arbeitsunfälle auf Zehnjahrestief: Warum konsequente Prävention wirkt

5. August 2026 durch
Arbeitsunfälle auf Zehnjahrestief: Warum konsequente Prävention wirkt
seeITnow GmbH, Jörg Brinkmann
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Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in den Mitgliedsunternehmen der BG RCI ist 2025 deutlich zurückgegangen. Die aktuellen Zahlen zeigen: Systematischer Arbeitsschutz, regelmäßige Qualifizierung und sichere technische Lösungen können einen messbaren Unterschied bewirken. Das gilt besonders für Betriebe, in denen explosionsfähige Atmosphären auftreten können.

So wenige Arbeitsunfälle wie seit zehn Jahren nicht

Die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie – kurz BG RCI – hat ihren Jahresbericht für 2025 veröffentlicht. Das Ergebnis ist erfreulich: In den rund 38.000 versicherten Betriebsstätten wurden insgesamt 20.409 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert.

Im Vorjahr waren es noch 22.196 Fälle. Damit sank die Zahl der Arbeitsunfälle innerhalb eines Jahres um rund acht Prozent.

Auch die Unfallquote entwickelte sich positiv. Sie verringerte sich von 16,96 auf 15,97 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitbeschäftigte. Das ist nach Angaben der BG RCI der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre.

Auch bei den Wegeunfällen gab es einen Rückgang:

  • 5.001 Wegeunfälle im Jahr 2024

  • 4.867 Wegeunfälle im Jahr 2025

Die Zahlen stammen aus dem aktuellen Jahresbericht der BG RCI.

Quelle und weiterführende Informationen:

BG RCI: Jahresbericht 2025 – Arbeitsunfälle deutlich zurückgegangen

Prävention ist kein Einzelprojekt

Der Rückgang ist ein wichtiges Signal. Er zeigt, dass Arbeitsschutz dann besonders wirksam ist, wenn er dauerhaft in betriebliche Abläufe integriert wird.

Sicherheit entsteht nicht allein durch eine einzelne Schutzmaßnahme. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • eine aktuelle Gefährdungsbeurteilung,

  • technisch geeignete Arbeitsmittel,

  • regelmäßige Prüfungen,

  • verständliche Betriebsanweisungen,

  • wiederkehrende Unterweisungen,

  • qualifizierte Beschäftigte,

  • eine offene Sicherheitskultur,

  • sowie die konsequente Auswertung von Unfällen und Beinaheereignissen.

Nach Angaben der BG RCI wurden 2025 rund 135 Millionen Euro in die Prävention von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren investiert. Davon entfielen rund 17 Millionen Euro auf Qualifizierungsmaßnahmen. Insgesamt nahmen 27.746 Personen an den Bildungsangeboten der Berufsgenossenschaft teil.

Damit wird deutlich: Prävention benötigt nicht nur Vorschriften, sondern auch Wissen, Zeit und kontinuierliches Engagement.

Was die Entwicklung für den Explosionsschutz bedeutet

Die Unfallstatistik der BG RCI umfasst zahlreiche Branchen, darunter die chemische Industrie, den Bergbau, die Papierherstellung, die Baustoffindustrie und weitere rohstoffverarbeitende Bereiche.

In vielen dieser Betriebe können brennbare Gase, Dämpfe, Nebel oder Stäube auftreten. Besteht gleichzeitig eine wirksame Zündquelle, kann daraus eine Explosion entstehen.

Gerade im Explosionsschutz reicht es deshalb nicht aus, lediglich ein als ATEX-konform gekennzeichnetes Gerät einzusetzen. Ein wirksames Schutzkonzept muss die gesamte Anwendung betrachten.

Dazu gehören unter anderem:

  • die Ermittlung möglicher explosionsfähiger Atmosphären,

  • die Einteilung explosionsgefährdeter Bereiche in Zonen,

  • die Auswahl geeigneter Geräte und Schutzsysteme,

  • die Vermeidung wirksamer Zündquellen,

  • die elektrostatische Erdung und der Potenzialausgleich,

  • die Berücksichtigung mechanischer, thermischer und elektrischer Risiken,

  • regelmäßige Prüfungen und Wartungen,

  • sowie die Unterweisung der Beschäftigten.

Ein einzelnes geeignetes Betriebsmittel kann eine fehlerhafte Planung oder unsichere Arbeitsabläufe nicht ausgleichen.

Sichere Produkte sind nur ein Teil des Schutzkonzepts

Produkte für explosionsgefährdete Bereiche müssen passend zur jeweiligen Anwendung ausgewählt werden. Dabei sind beispielsweise die Gerätekategorie beziehungsweise das Equipment Protection Level, die Explosionsgruppe, die Temperaturklasse und die Umgebungsbedingungen zu berücksichtigen.

Ebenso wichtig ist die bestimmungsgemäße Verwendung. Ein technisch geeignetes Gerät kann seine Schutzfunktion nur erfüllen, wenn es korrekt installiert, betrieben, gereinigt und gewartet wird.

Typische Fehlerquellen sind beispielsweise:

  • ungeeignete Zubehör- oder Verbindungsteile,

  • nicht freigegebene Akkus oder Netzteile,

  • beschädigte Gehäuse und Dichtungen,

  • unzulässige Reparaturen,

  • fehlende Prüfungen,

  • leitfähige Ablagerungen,

  • unzureichende Erdung,

  • oder der Einsatz außerhalb der vorgesehenen Zone.

Explosionsschutz ist deshalb keine reine Einkaufsentscheidung. Er bleibt während des gesamten Lebenszyklus eines Produkts eine betriebliche Aufgabe.

Gute Unfallzahlen sind kein Grund, nachzulassen

Der Rückgang der Arbeitsunfälle ist eine positive Entwicklung. Gleichzeitig warnt die BG RCI davor, sich auf diesem Erfolg auszuruhen. Jeder schwere oder tödliche Arbeitsunfall bleibt einer zu viel.

Für Unternehmen bedeutet das: Auch bei guten Unfallzahlen müssen Gefährdungsbeurteilungen aktualisiert, Schutzmaßnahmen überprüft und Beschäftigte regelmäßig geschult werden.

Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn:

  • neue Maschinen oder Arbeitsstoffe eingesetzt werden,

  • Produktionsverfahren verändert werden,

  • Anlagen umgebaut werden,

  • sich die Zoneneinteilung ändert,

  • Fremdfirmen im Betrieb tätig werden,

  • oder sich Unfälle beziehungsweise Beinaheereignisse ereignen.

Veränderungen im Betrieb können neue Gefährdungen erzeugen, selbst wenn zuvor über Jahre hinweg kein Unfall aufgetreten ist.

Fazit: Konsequenter Arbeitsschutz zeigt Wirkung

Der niedrigste Stand meldepflichtiger Arbeitsunfälle seit zehn Jahren ist eine gute Nachricht. Die Zahlen der BG RCI zeigen, dass langfristige Präventionsarbeit Wirkung entfalten kann.

Für den Explosionsschutz gilt dabei besonders: Sichere Technik, fachgerechte Planung, regelmäßige Prüfungen und geschulte Beschäftigte müssen ineinandergreifen. Nur ein ganzheitlicher Ansatz kann Risiken dauerhaft reduzieren.

ATEX-konforme Produkte leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Sie ersetzen jedoch weder die Gefährdungsbeurteilung noch das Explosionsschutzdokument oder die Verantwortung des Betreibers.

Weitere Informationen und den vollständigen Jahresbericht finden Sie direkt bei der BG RCI:

Zum Jahresbericht 2025 der BG RCI

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